25.8.07
Hilfe zur Impfentscheidung
Vortrag im Geburtshaus Charlottenburg:
Hilfe zur Impfentscheidung
am 08.10.2007,
um 19.00-21.30 Uhr,
im Haus Spandauer Damm 130 (Charlottenburg)
03.10.07
Die Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
Mit meinem Link zu Wikipedia möchte ich Ihnen Informationsmaterial zur Verfügung stellen und gleichzeitig mit meinem Komentar dazu über ein geläufiges Missverständnis aufklären.
Es ist schwierig, eine so alte Tradition zu interpretieren. Schließlich kann niemand wissen, was die Menschen vor zwei oder dreitausend Jahren gedacht haben. Die meisten verfügbaren medizinischen Texte stammen aus 200 Jahre vor bis 200 Jahre nach unserer Zeitrechnung. Wenn ich heute etwas über Chinesische Medizin schreibe, kann ich Ihnen nur meine Ideen dazu mitteilen. Diese setzen sich aus meinem momentanen erlernten und erfahrenen Wissensstand und meiner Weltsicht zusammen.
In der TCM geht es nicht um ein Gleichgewicht von den Kräften Yin und Yang und den fünf Wandlungsphasen.
Als Menschen sind wir nie in völligem Gleichgewicht. Ab unserer Geburt befinden wir uns abseits eines völligen Gleichgewichts. Das ist unsere menschliche Natur.
Etwas anzustreben, was kaum zu erreichen ist, macht Druck. Wir machen uns Druck, weil wir unseren hochgesteckten Ansprüchen nicht gerecht werden können. In der TCM geht es darum, sich einem Gleichgewicht von Yin und Yang anzunähern.
Die stärkste emotionale Bindung besteht zwischen Mutter und Kind. Während der Schwangerschaft prägen alle Gefühle der Mutter den Fötus. Kleine Kinder sind am empfänglichsten für vorherrschende Gefühle in ihrem Mikrokosmus Familie. So gibt jede Familie bestehende Glaubenssätze, die durch Gefühle ausgedrückt werden, von Generation zu Generation weiter.
Unsere kleinen Ungleichgewichte machen uns zu dem Individuum, das wir sind. Sie zeigen unsere Empfindlichkeiten und die Herausforderungen auf, die wir auf unterschiedlichste Art und Weise annehmen können oder nicht. Wenn wir völlig heil wären, gäbe es kein Wachstum mehr in unserem Leben, wir hätten schon alles erreicht.
Ohne Yin gibt es kein Yang und ohne Ungleichgewicht gibt es kein Gleichgewicht und umgekehrt.
Was macht uns krank?
Es gibt immer mehr als nur eine Krankheitsursache. Eine liegt in uns selbst:
Wir machen uns krank, wenn wir zu lange in einer Emotion verharren.
Wir machen uns krank, wenn wir uns nicht annehmen wie wir sind. Das heißt nicht, dass wir blind für unsere veränderungswürdigen Seiten werden sollen. Aber wenn wir unsere ganz individuelle Geschichte und damit uns selbst nicht würdigen, leben wir in einem ständigen inneren Kampf.
Anders verhält es sich mit Infektionskrankheiten in den ersten sieben Lebensjahren. Es gibt keine andere Zeit in unserem Leben in der wir so empfänglich für Infektionskrankheiten sind. Das kindliche Immunsystem braucht die Auseinandersetzung mit dem Fremden, um ein intaktes Immunsystem überhaupt aufbauen zu können.
In der TCM lassen sich drei Kategorien der Krankheitsursachen unterscheiden: die inneren, die äußeren und andere. Zu den innern gehören die Emotionen, zu den äußeren klimakterische Bedingungen ( wie Hitze und Kälte ) zu den anderen z. B.Trauma, Parasiten, falsche Ernährung und falsche Behandlung.
Die Rolle der Gefühle bei der Entstehung von Krankheiten
Ich möchte mit einem Zitat aus einem chinesischen Klassiker, dem Suwen Kapitel 39, beginnen:
Wenn es dort Zorn gibt, steigt das Qi empor.
Wenn es dort Jubel gibt, wird das Qi aufgelockert.
Wenn es dort Trauer gibt, zerstreut sich das Qi.
Wenn es dort Angst gibt, senkt sich das Qi ab.
Wenn es dort Kälte gibt, zieht sich das Qi zusammen.
Wenn es dort Hitze gibt, strömt das Qi nach außen.
Wenn es dort Furcht gibt, wird das Qi in Unordnung gebracht.
Wenn es dort Müdigkeit gibt, erschöpft sich das Qi.
Wenn es dort quälende Gedanken gibt, bleibt das Qi stecken.
Hier werden Qibewegungen im menschlichen Körper beschrieben.
Die Grundlage der Chinesischen Medizin ist, dass es einen physischen und einen inmateriellen, unsichtbaren Körper gibt.
Der physische ist das was wir als sichtbaren Körper anfassen können, der unsichtbare besteht aus Qi und Shen. Hier gibt es eine hierarchische Struktur: Shen regiert Qi und Qi regiert die materielle Form. Shen wird oft als Geist übersetzt. Shen drückt sich zum Beispiel in der Fähigkeit aus Energie zu sehen, zu fühlen und zu verändern, wenn man den richtigen Akupunkturpunkt getroffen hat.
Qi ist eine Lebenskraft, eine Energie. Der Mensch formt sich aus bereits bestehendem Qi, und wenn er stirbt sucht sich das Qi eine andere Ausdrucksform. Das Qi ist ein Fundament, welches von Himmel und der Erde stammt. Emotionen sind Bewegungen von Qi, sie haben eine bestimmte Qualität und sind mit einem korrespondierenden Zang-Organ ( Speicherorgan) verbunden. Wir haben fünf Zang, nämlich die Leber, das Herz, die Milz, die Lungen und die Nieren. Die Gefühle werden in alten Texten als Wetterlagen beschrieben. Es gibt Wind, Regen und Wolken, die das Licht verdunkeln können. Das heißt, die klare Sicht auf die Dinge einschränken.
Alle Gefühle gehören zum Herzen
In der Chinesischen Medizin ist das Wichtigste das, was wir nicht sehen können. Das Materielle ist nur ein Hinweis auf eine tiefere und wichtigere Realität. Hier liegt auch die Schwierigkeit für uns modernen Menschen die Chinesische Medizin zu verstehen. In unserer Denk- und Lebensweise haben wir viel mehr materielle Tendenzen als die Menschen im alten China. Die Chinesche Medizin sieht das Herz als den Empfänger des Dao (die Gesetzmäßigkeiten des Mikro- und Makrokosmusses) und nicht als eine mechanische Pumpe, wie es uns die Schulmedizin lehren will.
Es gibt fünf physiologische Willensregungen des Herzens, so wie Wetterlagen durch das Jahr hindurch: Tatkraft, Liebe, Focus, Melancholie und Ehrfurcht. Das menschliche Herz ist irdisch, hat aber die Fähigkeit die Willensregungen, die es vom Himmel empfangen hat, zu speichern. Das Herz ist die Kaiserin der anderen Organe. Durch sie kann die Leber Mitgefühl und Zufriedenheit, die Milz Integrität und Vertrauenswürdigkeit, die Lunge Selbstlosigkeit und Scharfsinnigkeit und die Niere Weisheit und Bewusstsein speichern, das Herz selbst Anstand, Höflichkeit und Respekt.
Das Herz gibt die Vorlage für das, was ich sehe und was ich schmecke. Das Auge sieht nicht, wir nehmen nur durch das Auge auf. Das Herz soll wie glattes, ruhiges Wasser sein, damit es ein perfekter Spiegel ist. Im Idealfall behält das Herz nichts, sondern reflektiert die Umwelt. Damit das Herz gut spiegeln kann, muss es leer sein. Das heißt, nicht gefüllt mit Wünschen nach zum Beispiel einem neuen Auto. Wünsche sollen von unserer Natur kommen und nicht von außen.
Wovon wir eingenommen sind, was in unserem Herzen ist, bestimmt unsere Reaktionen. Das Herz prägt das Bewusstsein. Wir sind niemals ohne Emotionen, weil wir ständig auf unsere Umwelt reagieren oder an Vergangenes denken.
Die Pathologie der gespeicherten Fähigkeiten und Qualitäten am Beispiel der Leber
Die Fähigkeit der Leber Zufriedenheit empfinden und mitfühlend handeln zu können, kann sich in auf Dauer in schädliche Emotionen verwandeln. Die Pathologie/ Perversion dieser Fähigkeit drückt sich in Wut/ Zorn aus. Die Qibewegung der Wut geht nach vorne und oben. Das Qi regiert die materielle Form: das Blut wird nach oben gezogen und wir bekommen einen roten Kopf, beugen uns nach vorne und strecken uns nach oben. Die Folge ist, dass unser Geist nicht mehr richtig funktioniert. Wut verhindert Reflektion und angemessenes Handeln, was zu den Aufgaben der Leber gehört. Die Leber wird als ein General, einer Armee beschrieben, sie analysiert eine Situation und macht Pläne. Wenn wir einem Qi folgen, in diesem Beispiel der Wut, gibt es Unordnung in allen anderen Qi und Desorganisation in unserem Bewusstsein.
Körperliche Symtome können dann Bluterbrechen, Durchfall mit Unverdautem, Erbrechen und Blut in den Augen sein. Psychichsche Symptome können Eifersucht, Nervosität, Angst, Tendenz zu Traurigkeit, schlechtes Gedächtnis und schlechte Aufnahmefähigkeit sein.
Es geht in der Chineschen Medizin nicht darum Gefühle zu negieren oder zu unterdrücken, vielmehr bewusst mit ihnen umzugehen. Bewusst Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Das heißt, wenn ich wütend bin, die Wut zu akzeptieren und gleichzeitig mich zu fragen, was ich mit der Kraft Wut machen will.
Riten erlauben die Rückkehr zur natürlichen Bewegung/ Ordnung
Wenn eine geliebte Person stirbt, sollten wir drei Tage intensivste Traurigkeit spüren, drei Monate starke Traurigkeit und nach drei Jahren sollte die Traurigkeit weg sein. Danach nimmt die Traurigkeit einen Platz in unserem Leben ein.
Riten halten die Gefühle klein und gleichzeitig hat man die Gefühle im Körper und kann sie ausleben. Durch das Trauerritual bleiben wir im Fluss des Lebens, ohne dass wir uns von diesem abschneiden.
Je mehr wir im alltäglichen Leben einer bestimmten Emotion nachgehen, desto mehr prägt uns diese Emotion. Die Ursache von Krankheit ist das Steckenbleiben des Herzens in einer Emotion.
Danksagung
Zum Abschluss möchte ich all meinen LehrerInnen und DozentInnen danken, die mich bis heute begleitet und inspiriert haben, sowie denjenigen, die mich noch begleiten werden. Besonders die Seminare von Elisabeth Rochat de la Vallée und Heiner Frühauf haben mir geholfen, diesen Text zu schreiben.